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73. Historisches Murtenschiessen
Sonntag 26. Juni 2005, "Bodemünzi" Murten

Zur Erinnerung an die Schlacht bei Murten

Für die Aarauer Teilnehmer/Innen begann das Murtenschiessen bereits am Vortag. Beinahe wäre das obligate Training buchstäblich ins Wasser gefallen. Ausgerechnet als der verantwortliche Schützenmeister die Übungsscheiben montieren wollte, wurde er von einem fürchterlichen Regen überrascht, was zum Glück nur seine Arbeit erschwerte, aber nicht verhindern konnte. Die teils sehr guten Trainingsresultate machten die Zusammenstellung der Gruppen nicht einfach. Wer, warum, wieso – alles Wurst – ein Murtenkranz muss her!

So konnten die Aarauer gut vorbereitet nach Murten reisen. Bei der Scheibenauslosung war der verantwortliche Aarauer noch alleine und der vertraute auf seine manchmal magischen Hände. Mit den Ablösungen 2 und 9 war er zufrieden und mit dieser frohen Kunde konnte der Festzug vom Städtchen Murten aufs "Bodemünzi" beginnen. Rechtzeitig trafen auch die restlichen Schützen und Schützinnen ein und konnten die ausgeloste Murtenscheibe ansehen und sich über eventuell anzubringende Korrekturen unterhalten.

Pünktlich um 09.00 Uhr begrüsste der Präsiden der Murten-Kommission, Anton Henninger, mit seiner gewohnt resoluten Stimme die anwesenden Gäste und die grosse Schützengemeinde aus der ganzen Schweiz. Dem Feldprediger, Fritz Satorius, konnte ein längst gehegter Wunsch erfüllt werden. Die Familie Dick liess ihr Kind Leana auf dem "Bodemünzi" taufen. Für eine eventuelle Taufe im nächsten Jahr, stellt die Murten-Kommission den Paten (Aarauer – denkt an diese Offerte!).

Um 10.00 Uhr fielen die ersten Schüsse und auch die erste Gruppe aus Aarau musste sicht zur Laufkontrolle einfinden. Die Temperatur betrug bereits 32 Grad und die Schiessbekleidung sorgte auch nicht für Kühlung. Abmarsch zum Schiessplatz, deponieren der Sportgeräte, einrichten, laden, Feuer frei lauteten die Kommandos. Die Sonne schien den Schützen direkt ins Gesicht und so musste man sich besonders gut auf die zugeteilte Scheibe konzentrieren. Nach 4 Minuten war alles vorbei und das grosse Warten auf die Scheibenbilder begann.
In der Ablösung 9 machte die zweite Gruppe das gleiche Prozedere mit. Sie wurden vom umsichtigen Schützenmeister und vom Jungschützenleiter betreut und nochmals auf die sehr scharfen Sicherheitsbestimmungen aufmerksam gemacht. Somit war der erste Teil vom Murtenschiessen vorbei.

Wer bei dieser Affenhitze noch ein Feuer entfacht, muss wohl verrückt sein! Das Endprodukt, die saftigen Steaks vom Metzger aus Oberkulm, gebraten von Armin mundeten hervorragend. Das Dessert aus einer Aargauer Küche, aus aargauischen Produkten, leitete bereits das Ende zweiten Teils ein. Zuerst wurde der Platz fein säuberlich aufgeräumt und die vielen mitgebrachten Utensilien wieder verpackt. Dann wurde das "Bodemünzi" in Richtung Murtensee verlassen. Dieser brachte endlich die ersehnte Abkühlung.

Der letzte Teil, das Absenden, war wie jedes Jahr sehr spannend. Auf dem Schulhausplatz wurde gewartet, mit viel Hoffnung auf ein Kranzresultat, aber der neue Schützenmeister machte es wie sein Vorgänger sehr spannend. Ein neues "Murtenfähnli", gestiftet von der Burgergemeinde Murten, stand zur Verfügung. Wurde es von einem Verein zum ersten, zum zweiten oder sogar zum dritten Mal gewonnen? Zum dritten Mal und bereits wieder für ewig vergeben ist also das neue "Fähnli". Wer kommt dafür in Frage? Sieben Vereine konnten sich Hoffnung machen. Die Gruppe schoss in der ersten Ablösung und so wurde der Kreis wiederum eingeengt. Wer hat das neue Höchstresultat von 315 Punkten geschossen? Die diesjährige Scheibe wurde letztmals 1993 eingesetzt. Die Gruppe "Petinesca" von den Feldschützen Worben, war der glückliche Gewinner mit 12 Punkten Vorsprung auf die zweitplazierte Gruppe. Ulmiz, Salvenach, Aefligen, Galmiz, Liebisdorf, Gurmels, Süri, Kerzers, Wünnewil, Gerolfingen, Courlevon, Thörishaus, alles Vereine aus der unmittelbaren Umgebung von Murten, welche am Morgen noch auf ihren Heimständen trainieren können.
Mit 282 Punkten, Rang 17 und letzte kranzberechtigte Gruppe. Spannung pur und dann ein Aufschrei, den man sicher bis nach Aarau hören konnte, Gruppe Fretz Men der Schützengesellschaft Aarau. Nach einem gemeinsamen Erinnerungsbild war sogar unser verantwortlicher Schützenmeister beinahe sprachlos. Grosszügig schenkte er seinen nun 2. Murtenkranz einer Jungschützin, welche nach guten Trainingsleistungen auch eine sehr gute Murtenscheibe ablieferte. Das gleiche machte auch einer unserer Schweizermeister. Auch er trat seinen Kranz an einen Nachwuchsschützen ab. Das ist echte Kameradschaft und bestimmt sehr fördernd für unseren Sport. Mit einem herzlichen Dankeschön für den grossen Einsatz wurden die Teilnehmer dann auf die Heimreise geschickt.

Wer einen Sonntag bei Sport, Kameradschaft, Spannung und auch Fröhlichkeit erleben will, der merke sich folgendes Datum: Sonntag, den 27. Juni 2006, dann findet nämlich das nächste Murtenschiessen statt.
Der Murten-Kommission, der Bevölkerung von Murten, allen unzähligen Helfern danken die Aarauer Schützen recht herzlich. Auch dem Vorstand der SG Aarau für das finanzielle Engagement und unserem neuen Sponsor "Fretz Men" ein herzliches Dankeschön.

      >Rangliste Murtenschiessen 2005
      >Resultate der Aarauer Gruppen

A. Flubacher, 2. Schützenmeister